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Der Schweizer der auf einen Hügel stieg...


Der Schweizer der auf einen Hügel stieg...

… und voller Glückseligkeit herunter kam

Macht wandern glücklich? Je nach Neigung könnte man die Frage simpel mit Ja oder Nein beantworten und den kürzesten Blogpost aller Zeiten ins Netz stellen. Doch da steckt mehr dahinter.

Warum mich Wandern glücklich macht…

…und auch einen kreativen Prozess in Gang bringt.

Wandern gehen. Wie ich es gehasst habe. Meine Eltern haben mich ins Auto verfrachtet und wir sind an einen von jeglichen Zivilisation abgeschiedenen Ort gefahren. 

Dort hiess es die bequeme Rückbank des Autos zu verlassen, den Rucksack zu Schultern und los zu marschieren.

Manchmal konnte ich es kaum fassen. Statt mit meinen Freunden Fussball oder Strassenhockey spielen zu können musste ich mit meinen Eltern in der Pampa herumstapfen. 

Wir sind oft stundenlang gewandert, den Sinn habe ich nie verstanden. Auch die – wie es hiess – wunderbare Berglandschaft konnte ich nicht geniessen. Als Kind sagt einem auch das noch so atemberaubende Panorama nicht viel.

Man lernt höchstens sich an Kleinigkeiten zu erfreuen.

“Tutti-Frutti” – die Zwischenverpflegung, nicht die Sendung – war der wichtigste Bestandteil einer jeder Klassenreise.”

Die nächste Pause mit gesüsstem Tee aus der Thermoskanne. Oder dem berüchtigten Studentenfutter. Diese Mischung aus Rosinen, Mandeln und anderem Trockenobst nennen wir in der Schweiz “Tutti-Frutti”.

Was wiederum nichts mit der berüchtigten Sendung aus den Achtzigern von RTL mit Hugo Egon Balder zu tun hat. “Tutti-Frutti”– die Zwischenverpflegung, nicht die Sendung – war der wichtigste Bestandteil einer jeder Klassenreise.

Auch hier ging es meistens ums Wandern. Einziger Vorteil beim bergwärts kraxeln mit den Klassenkameraden bergwärts war, dass man von den Touren mit den Eltern klönen konnte.

Und damit prahlen wo man schon überall gewesen ist.

Doch zurück zum Thema Wandern und Glück. Wieso macht Wandern mich heute glücklich? Was konnte ich aus den damaligen Erfahrungen gewinnen? Wie konnte ich die “leere” Zeit während dem Laufen für mich Nutzen?

Neben dem Schreiben und meiner Leidenschaft für Irland ist Wandern heute mein liebstes Hobby. Woher dieser Sinneswandel von absoluter Ablehnung bis zur Lieblingsbeschäftigung kommt? Ist es nur das Alter?!

Wandern stillt meine Lust an Bewegung

Für einen Büromenschen wie mich ist es wichtig ab und zu raus in die Naturzu gehen und die “richtige” Welt zu spüren. Mein Alltag spielt sich auf zwei Bildschirmen ab. Nullen und Einsen prägen meine Arbeit.

Wobei mit den Nullen ausnahmsweise nicht die Manager gemeint sind. Nein, Bits und Bytes liefern mir die Informationen, welche ich den Kunden in Deutsch oder Englisch weitervermittle und ich den Anrufer damit unterstütze.

Dies ist eine recht spannende Umschreibung für eine Arbeit im telefonischen Kundendienst, oder?

Wie auch immer. Am Wochenende will ich raus. Ein, zwei Stunden genügen mir bereits um die Batterien aufzuladen. Denn Wandern oder Spazieren gehen stösst bei mir einen kreativen Prozess an.

Kleiner See hinter dem Wasserfall in den Hügel im Gleninchaquin Naturpark

Als Kind habe ich mir auf unseren Wanderungen immer Situationen ausgemalt und mich Tagträumereien hingegeben.

Mal habe ich mir vorgestellt, wie Winnetou durch die Landschaft zu reiten und Schurken um die Ecke zu bringen. Natürlich nur um eine hübsche Indianerin zu retten.

Dann wieder habe ich mir einen netten “Move” im Hockey ausgemalt und habe diesen im Kopf trainiert. -> An die Sportler unter euch. Es funktioniert.

Wandern regte mich schon früh zum Fantasieren und Träumen an

Es war für mich auch der Grundstein um mentales Training an zu wenden. Eine Methode von welcher ich zu diesem Zeitpunkt noch keinen Schimmer hatte. Im frühen Erwachsenenleben sollte mir diese Fertigkeit gute Dienste weisen.

Auch heute noch mache ich mir meine Vorstellungskraft zu Nutze. Wenn wir hier in Irland auf Wanderschaft gehen und dabei neue Sehenswürdigkeiten und Attraktionen entdecken “schreibe” ich im Kopf bereits den entsprechenden Post.

Sobald ich physisch vor dem PC sitze kann ich zumindest Bruchstücke des Textes aus dem Hutständer zaubern.

Das “Tal des Todes” wie ich es nenne in der Nähe des Leuchtturmes am Sheep’s Head

So fällt es mir wesentlich einfacher meine Posts zu schreiben. Ich finde, dies ist eine smarte Taktik für einen alten Mann. Doch warum macht wandern mich glücklich?

Wandern entschleunigt und drosselt die Geschwindigkeit

Ich bin der Überzeugung, dass Wandern (oder Spazierengehen) einen Menschen entschleunigt und automatisch auf die Geschwindigkeit drosselt welche ihm Eigen ist.

In unserer schnelllebigen und hektischen Welt ist Wandern eines der einfachsten und günstigsten Mittel um sich zu erden. Herunterfahren. 

Sich selbst sein.

Sind wir ehrlich. Im Prinzip hatten wir Menschen noch nie so viel Zeit für uns selbst wie heute. Wir arbeiten heute alle ungefähr 40 Stunden die Woche. Vom Arbeitsweg abgesehen ist der Rest der Zeit Freizeit.

Zeit um sie mit Lebensqualität zu füllen. Wieso klagen wir trotzdem über Hektik und Stress? 

Weil unsere Konsumgesellschaft vom Tempo lebt. Alles muss noch schneller, noch produktiver, noch günstiger und noch effizienter sein.

Dies alles um mehr Profit zu erzielen (Produzenten) und wir Konsumenten bessere Produkte erhalten. Der Preis dafür ist früher oder später die Gesundheit.

Wandern hilft mir nicht nur physisch meinem Körper etwas Gutes zu tun, sondern auch Psychisch. Den Kopf durchlüften, die Umwelt wahrnehmen, spüren und entdecken. 

Durch die Bewegung und Entschleunigung schüttet der Körper Glückshormone aus.

> “…Ich mache kleine Schritte, denn durch das Gehen erst entsteht das Wandern.“

Ein treffendes Zitat zum Thema wandern habe ich von Reinhold Messner gefunden :

„Wandern ist die vernünftigste Form, sich im Wald, in den Bergen und auf Almen zu bewegen. Es tut Muskeln und Geist gut und ist ungefährlich. Es ist wichtig, zu entschleunigen, nicht schneller zu sein als andere.

Ich mache kleine Schritte, denn durch das Gehen erst entsteht das Wandern. Es gehört Stille dazu. Dort zu sein, wo ich allein für mich in die Welt hineinsehen kann.

Bei jedem Schritt muss ich mir schon Gedanken über meinen nächsten machen. Ob ich weitergehen soll, oder doch lieber innehalte und sogar einen Schritt zurück machen muss“.

Muss man noch mehr dazu sagen? Ich denke nicht.

Auf der Rundwanderung bei Eyeries. Halbinsel Beara im Südwesten von Irland.

Wandern ist gesund und fördert in mir einen kreativen Prozess

Das Wandern bietet mir nicht nur die Lust an Bewegung in der freien Natur zu stillen. Es stösst bei mir einen kreativen Prozess an, welchen ich für die Ideenfindung und Vorarbeit fürs Schreiben für mein Blogbusiness nutze.

Gehen regt bei mir auch das Fantasieren und Träumen an. Dies um daraus später neue Ziele zu setzen oder einfach den Kopf frei zu bekommen.

Wenn ich hier in Irland auf einen Hügel steige entschleunigt sich die Welt automatisch auf eine Geschwindigkeit, welche jedem Menschen eigen ist.

All dies ist es was mich am Wandern so glücklich stimmt.

Macht wandern dich auch glücklich? Wenn ja, warum? Was löst es in dir aus?


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