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Wie kommt die irische Flagge ins Schnapsglas?

Der irische Nationalfeiertag, der St. Patricks Day, steht an und die Strassen in den Dörfern wurden bereits in den letzten Tagen geschmückt. Da der Feiertag dieses Jahr auf einen Dienstag fällt wird bereits am Wochenende zünftig gefeiert. Am 17. März geht es dann erst richtig los und auch der “Irish Flag Shot” wird wieder vermehrt über den Bartresen gereicht. Dabei handelt es sich um einen Shot, welcher aussieht wie die irische Flagge, bestehend aus einem Pfefferminzschnaps, irischem Baileys und Grand Marnier. Diese drei Liköre ergeben zusammen die Nationalfarben Irlands – Grün, Weiss und Orange.

In allen grösseren und kleineren Städten und Dörfern werden nächsten Dienstag Paraden zu Ehren von St. Patrick veranstaltet. Die grösste Parade in Irland findet natürlich in Dublin statt. Erstaunen löst der Fakt aus, dass die ersten Paraden dieser Art in Amerika durchgeführt wurden und dieser Brauch in Irland erst viel später eingeführt wurde. Die erste St. Patricks Parade ging 1766 in New York durchgeführt. Noch heute ist diese vor derjenigen in Chicago und Boston die grösste Parade. Für viele Jahre wurde im County Cork in der Ortschaft Dripsey die kürzeste St. Patricks Parade abgehalten. Sie führte zwischen den beiden Pubs “The Weigh Inn” und “The Lee Valley” über gerade einmal 23.4 Meter weit. Mal ehrlich – wer braucht mehr?

Lee Valley Inn und irische Flagge

Das Lee Valley in war einige Jahre Schauplatz der kürzesten St. Patricks Day Parade. By Sarah777 (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Was wäre ein St. Patricks Day ohne eine anständige Pint Guinness? Täglich werden weltweit 5.5 Millionen Pints ausgeschenkt. Am 17. März verdoppelt sich diese Summe jeweils auf mehr als 11 Millionen.

So, derweil du dir deinen Shot bereit machst hier einige Kuriositäten und Neuigkeiten von der Grünen Insel. So haben Forscher herausgefunden warum viele Iren rothaarig sind. Vor 50’000 Jahren verliessen die Menschen aus Afrika ihren Kontinent um gen Norden zu ziehen. Die hier kälteren Verhältnisse und das vorhandene “Ginger Gen” veränderte die Haut der Menschen, da durch die viel geringeren Sonnenstunden die Haut heller wurde. Wie auch immer. Einige Jahre später, ziemlich genau 49’259 Jahre später landeten die Wikinger in Irland. Gerade diese Woche wurde bekannt, dass in Annagassan eine Siedlung der Wikinger gefunden wurde. Linn Duchaill wurde diese genannt und liegt am River Glyde südlich der Bucht von Dundalk. Die Wikinger nutzen Irland als ihr Winterquartier und hierher brachten sie ihre Langschiffe um diese zu reparieren. In Irland ist neben Linn Duchaill nur eine weitere grosse Siedlung der Wikinger bekannt, diejenige in Dublin.

Ganz andere Siedlungsprobleme hat derweil ein Paar in einer der besten Wohngegenden Dublins. Die Nachbarn von U2 Frontmann Bono stimmten vor vier Jahren einer Vereinbarung mit der Bank of Ireland zu ihre Villa zu räumen und der Bank als Sicherheit für ihre Schulden von sagenhaften 70 Millionen Euro (!!!) das Haus zu überlassen. Die O’Donnells denken aber bis heute nicht daran ihre Immobilie zu verlassen und hatten diese Woche vor Gericht zu erscheinen. Derweil liess der Anwalt des Paares, ein Immobilien-Hai welcher selber mit 16 Millionen in der Kreide steht, verlauten ihr Haus “Gorse Hill” habe sowie so höchstens einen “Bog Standard”. Dies wohl gemessen an den anderen Villen um das Grundstück herum. Immerhin verfügt Gorse Hill über einen eigenen Tennisplatz, Swimmingpool und unverbaubarer Sicht auf die Bucht. Wirklich jammerschade, dass die O’Donnells in diesem Schweinestall hausen müssen. Sie haben meine vollste Sympathie. Ehrlich…

Wir bereiten uns derweil in unserem wirklich bescheidenen Heim auf einen ersten Höhepunkt vor. Der erste Besuch aus der Heimat steht an. Sehr gute Freunde fliegen zu uns nach Irland und gemeinsam werden wir drei Tage auf den Aran Inseln verbringen. In Ti Joe Watty’s Bar  finden während des ganzen Wochenendes “Ceili Sessions” und Konzerte  statt. Daneben bleibt, gutes Wetter vorausgesetzt, genügend Zeit Inishmore zu erkunden. Vielleicht nochmals ein Besuch von Dun Aenghus, das Black Fort oder Teampull Bheanáin, der angeblich kleinsten Kirche der Welt. Wir werden sehen. Das Wochenende verspricht jedenfalls viel “Craic”.

*Craic ist Irisch und eine Bezeichnung für Spass, Fun und “Good Times”

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Reto Bachofner
 

Die Grüne Insel hat es mir angetan. Nach zahllosen Reisen sind ich und meine Frau an einem kalten Januar Tag aus der Schweiz "ausgewandert" nach Irland. Meine Erfahrungen mit dem Reisen und Leben & Arbeiten auf der kleinen Insel am Rande Westeuropas gebe ich dir in diesem Reiseblog mit. Du findest hier alles was du brauchst um einen individuellen Urlaub in Irland verbringen zu können. Das Motto ist: "Entdecke Irland auf eigene Faust"!

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