Viva la Quinta Brigada – Die Iren im spanischen Bürgerkrieg

Es war perfektes Bombenwetter. Barcelona in den frühen dreissiger Jahren. „La Rambla“ die heute wie damals berühmte Ausgehmeile mit vielen Leuten gefüllt. Gerade mal zwei Stunden lang fielen keine Bomben mehr vom Himmel. Die Menschen geben sich süssen Alkoholgetränken oder einem schlechten Sherry hin. Zu essen gab es nichts. Ebenso keine Blumen zu kaufen. Diese wurden alle für die Begräbnisse derer verwendet, welche im elf Uhr Bombardement ihr Leben gelassen hatten.

Was über La Rambla schwebt ist die Angst. Angst vor den kleinen, silbernen Kisten, welche alle paar Stunden am strahlend blauen Himmel auftauchen. Die Bomber.

So oder ähnlich beschreibt John Pilger, ein Kriegsberichterstatter und Filmemacher, eine Szene während des spanischen Bürgerkrieges im „Morning Star“ vom August 2005.

Was dies jetzt mit Irland zu tun hat? Mit diesem Blogpost möchte ich dir aufzeigen, warum Iren im spanischen Bürgerkrieg kämpften und welche Parteien und Gesinnungen hier teilnahmen.

Die kleinen, silbernen Bomber - sie sind auch heute noch da

Martha Gellhorn war ebenso als Kriegsberichterstatterin in vielen Krisengebieten der Welt unterwegs. Zudem einige Jahre mit Ernest Hemingway verheiratet. Sie schrieb über die in der Einleitung erwähnten kleinen, silbernen Kisten

„Wie vertraut es doch klingt. Barcelona. Guernica. Hiroshima. Vietnam. Kambodscha. Palästina. Afghanistan. Irak. Alle diese kleinen, silbernen Kisten, welche im Himmel kreisen und tausende von Männern, Frauen und Kindern in den Tod bomben.“

Als neusten Beispiel kreisen die kleinen, silbernen Kisten am Himmel in Syrien.

Martha schrieb über die Internationalen Brigaden - zu welchen ich gleich komme. „Was auch immer sie für eine Nationalität hatten. Egal ob sie Kommunisten, Anarchisten, Sozialisten, Poeten, Klempner, Männer aus der Mittelschicht oder ein Abessinischer Prinz waren. Sie alle kämpften für alle von uns in Spanien."

Die Irish Brigade und die Internationale Brigade

Zwischen 1936 und 1939 kämpfte die Internationale Brigade, bestehend aus Briten, weiteren Europäern, Amerikanern und Australiern in Spanien an der Seite der republikanischen Regierung gegen die faschistische Armee von General Franco. Auf der anderen Seite standen ungefähr 700 Freiwillige aus Irland unter der Führung von Eoin O’Duffy auf der Seite Francos.

Die Irish Brigade

Der Aufstand durch General Franco gegen die vom Volk gewählte republikanische Regierung mündete im Juli 1936 in den spanischen Bürgerkrieg. Die Anführer der Revolutionäre gehörten dem rechten, faschistischen Flügel der politischen Parteien in Spanien an und es gelang ihnen durch falsche Propaganda die Bevölkerung gegen die kommunistische Regierung aufzuhetzen.

Die Anhänger der „Roten“ würden ohne von der Regierung bestraft zu werden Mordend umher ziehen. Tatsächlich kamen in Spanien vor allem katholische Einrichtungen zur Kasse. Es wurden hunderte von Kirchen niedergebrannt, da die Faschisten von der katholischen Kirche unterstützt wurden.

Dies rief in Irland vor allem einen auf den Plan. Eoin O’Duffy.

Der aus dem County Monaghan stammende Duffy, war führender Politiker der Fine Gael und Anführer der Irisch Republikanischen Armee (IRA). Unbescheiden wie er war nannte er sich selbst den drittwichtigsten Mann in Europa. Gleich hinter Hitler und Mussolini.

Soweit so schlecht und die kommunistische und Anti-Katholische Regierung in Spanien war dem guten Mann, dessen Ansinnung sich mit den Jahren mehr und mehr gegen Rechts verschoben hatte, ein Dorn im Auge. Er gründete die National Corporate Party und viele der sogenannten Greenshirts, wie sich die Mitglieder der NCP nannten, liessen sich für den Krieg in Spanien rekrutieren.

So kam es, dass sich von Galway aus 700 Freiwillige auf den Weg ins spanische El-Ferrol machten um anschliessend in Caceres ausgebildet zu werden. Für Franco war es eine Freude zu sehen die jungen Iren zu seinen Truppen zählen zu dürfen. In die Geschichtsbücher gingen sie als Teil der spanischen Legion unter dem Namen XV Bandera Irlandesa del Terico ein. Die damaligen Kämpfer für den Katholizismus und gegen den Kommunismus und den Sozialismus werden heute schlicht Bandera, oder O’Duffy’s Bandera genannt.

Ihnen gegenüber stellten sich unter anderem die Internationale Brigade, bestehend unter anderem aus freiwilligen Iren.

Die Internationale Brigade

Das kommunistische Lager rekrutierte seinerseits Freiwillige, welche die gewählte Regierung in Spanien gegen den von Hitler und Mussolini unterstützten Franco bekämpften. Deren Enthusiasmus konnte leider die schlechte Ausbildung und ungenügende Ausrüstung nicht wettmachen.

Es wird vermutet, dass von den gut 40’000 rekrutierten Männern 18’000 fielen. Ausserdem hatten die aus allen Länder stammenden Bataillone Schwierigkeiten mit der Verständigung, was einen gemeinsamen Kampf gegen Franco erheblich schwerer machte.

Auf jeden Fall wurden die Brigaden in das spanische Heer integriert und 1936 wurden für sie fünf Zahlen reserviert. Die Brigaden erhielten die Nummern XI bis XV. In dieser 15. Brigade befanden sich ca. 250 Freiwillige aus dem irischen Freistaat. Bekannt wurden sie unter dem Namen der Connolly Column.

​Die Connolly Column

Der irische Gewerkschafter, James Connolly, welcher für seine Rolle im Osteraufstand hingerichtet wurde, diente der Kolonne der Freiwilligen den Namen. Rekrutiert wurden die Männer durch den ehemaligen IRA-Offizier Bill Gannon, welcher in seinem Tun eine Reaktion auf die Gründung der Irischen Brigade durch O’Duffy sah. Angeführt wurde die Kolonne von Frank Ryan, welcher die Gruppe im verborgenen von Irland nach Spanien führte.

Die auf dem Weg nach Spanien in Frankreich ausgebildete Truppe erlitt im Februar 1937 bei der Schlacht von Jarama schwere Verluste. Frank Ryan wurde schwer verwundet und geriet gut ein Jahr später bei der Aragonoffensive in Kriegsgefangenschaft. Im spanischen Konzentrationslager wurde er zum Tode verurteilt.

Dank dem Eingreifen des damaligen irischen Präsidenten, Eamon de Valera, wurde das Todesurteil in 30 Jahre Haft umgewandelt. Währenddem viele seine Gefährten, wie Charlie Donnelly, Bill Henry und Liam Tumilson bereits in Jarama gefallen waren, verstarb Ryan 1944 als offizieller Verbindungsmann der IRA zum Auswärtigen Amt in Berlin.

Der irische Sänger und Komponist, Christy Moore schrieb zu Ehren der 15. Internationalen Brigade einen seiner bekanntesten Hits „Viva la Quinta Brigada".

Around the time I saw the light of morning

A comradeship of heroes was laid

From every corner of the world came sailing

The Fifty International Brigade.

They came to stand beside the Spanish people

To try and stem the rising fascist tide

Franco's allies were the powerful and wealthy

Frank Ryan's men came from the other side.

Even the olives were bleeding

As the battle for Madrid it thundered on

Truth and love against the force of evil

Brotherhood against the fascist clan.

Chorus:

Viva la Quinta Brigada,

No Pasaran, the pledge that made them fight

Adelante was the cry around the hillside

Let us all remember them tonight.

Bob Hilliard was a Church of Ireland pastor

Form Killarney across the Pyrenees he came

From Derry came a brave young Christian Brother

And side by side they fought and died in Spain.

Tommy Woods age seventeen died in Cordoba

With Na Fianna he learned to hold his gun

From Dublin to the Villa del Rio

He fought and died beneath the Spanish sun.

(Chorus)

Many Irishmen heard the call of Franco

Joined Hitler and Mussolini too

Propaganda from the pulpit and newspapers

Helped O'Duffy to enlist his crew.

The call came from Maynooth, "support the facists"

The men of cloth had failed yet again

When the Bishops blessed the Blueshirts in Dun Laoghaire

As they sailed beneath the swastika to Spain.

(Chorus)

This song is a tribute to Frank Ryan

Kit Conway and Dinny Coady too

Peter Daly, Charlie Regan and Hugh Bonar

Though many died I can but name a few.

Danny Boyle, Blaser-Brown and Charlie Donnelly

Liam Tumilson and Jim Straney from the Falls

Jack Nalty, Tommy Patton and Frank Conroy

Jim Foley, Tony Fox and Dick O'Neill.

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Reto Bachofner
 

Die Grüne Insel hat es mir angetan. Nach zahllosen Reisen sind ich und meine Frau an einem kalten Januar Tag aus der Schweiz "ausgewandert" nach Irland. Meine Erfahrungen mit dem Reisen und Leben & Arbeiten auf der kleinen Insel am Rande Westeuropas gebe ich dir in diesem Reiseblog mit. Du findest hier alles was du brauchst um einen individuellen Urlaub in Irland verbringen zu können. Das Motto ist: "Entdecke Irland auf eigene Faust"!

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